„Über Krieg sprechen? Das macht Kindern doch nur Angst“, denken viele Eltern. Dabei ist genau die Angst ein Grund, es dennoch zu tun.
Kinder im Kindergarten- und Grundschulalter kriegen meist mehr mit, als Eltern lieb ist, gerade in den derzeit krisenhaften Zeiten: Sie hören Gespräche von Erwachsenen mit, schnappen Nachrichten auf oder werden im digitalen Raum mit Bildern und Videos konfrontiert. All das ohne Kontext. Die Lücken füllen viele Kinder dann mit Fantasie und dramatischen Szenarien. Das erzeugt Unbehagen, Verunsicherung und Angst. Mit altersgerechten Gesprächen können Eltern den Kindern Angst nehmen. Über Weltgeschehen zu sprechen, fördert außerdem die kindliche Entwicklung von Empathie und das Demokratieverständnis. Gleichzeitig gilt: Gespräche über Krieg können Kinder auch verunsichern. Entscheidend ist, wie Eltern diese Gespräche gestalten. Gerade bei Themen, die Eltern selbst belasten oder schwer verständlich sind, ist das eine Herausforderung. „Kinder brauchen ehrliche Antworten und wollen auch bei Themen ernst genommen werden, die bei Eltern möglicherweise für Verunsicherung sorgen oder ihnen unangenehm sind. Das gibt auch in herausfordernden Phasen Orientierung und Sicherheit“, betont Martina Kokorsch von der KJF Erziehungs-, Jugend- und Familienberatung Kaufbeuren-Ostallgäu, welche Familien aus der Stadt Kaufbeuren und dem nördlichen Landkreis Ostallgäu berät.
„Kindern und Erwachsenen hilft es, etwas tun zu können, statt die Hilflosigkeit zu spüren. Ein Spendenpäckchen zu packen oder eine Friedenstaube ins Fenster zu hängen sind kleine hilfreiche Gesten“, rät Elisabeth Frank-Keller von der KJF Erziehungs-, Jugend- und Familienberatung Ostallgäu, welche Familien aus dem südlichen Landkreis in Marktoberdorf und Füssen berät.
So sprechen Eltern altersgerecht über Krieg:
- Altersabhängig: Eltern dürfen auf ihr Gespür vertrauen, was ihr Kind bereits verstehen kann. Grundsätzlich gilt: ehrlich bleiben, ohne zu dramatisieren – und keine gewalttätigen Details schildern. Während bei Jugendlichen ethische Fragen sowie historische und geografische Einordnungen sinnvoll sind, brauchen jüngere Kinder Vergleiche aus ihrer Lebenswelt. Konflikte lassen sich etwa mit Streit im Kindergarten erklären. Bei älteren Kindern wird zudem Medienkompetenz wichtig: der Unterschied zwischen Fakten, Meinungen und Propaganda.
- Fortlaufend statt einmalig: Gespräche über Krieg, Politik und Weltgeschehen sollten kein einmaliger Vortrag sein, sondern ein fortlaufender Austausch. Kindernachrichten können dabei eine gute Grundlage bieten. Wenn Eltern gemeinsam mit ihren Kindern schauen, entstehen Raum für Fragen – und Eltern erkennen, was ihr Kind wirklich beschäftigt.
- Anlassbezogen: Alltägliche Situationen können Gesprächsanlässe sein, etwa wenn Kinder Krieg spielen. Solche Spiele zeigen, dass das Thema bei den Kindern präsent ist. Eltern können dann erklären, dass Krieg im Spiel zwar spannend erscheint, in der Realität aber gefährlich ist und Leid verursacht.
- Empathisch: Gefühle der Kinder sollten ernst genommen und benannt werden. Gleichzeitig ist es wichtig, Kinder nicht mit den eigenen Sorgen zu überfordern oder zu belasten.
Unterstützung in Ihrer Nähe
Die KJF Erziehungs-, Jugend- und Familienberatung Kaufbeuren-Ostallgäu ist an den Standorten Kaufbeuren und Buchloe für Ratsuchende aus der Stadt Kaufbeuren und dem nördlichen Landkreis Ostallgäu da. Die Berater*innen der KJF Erziehungs-, Jugend- und Familienberatung Ostallgäu beraten Familien aus dem südlichen Landkreis in Marktoberdorf und Füssen. Beide Beratungsstellen gehören zu den KJF Soziale Angebote Ostallgäu-Oberland.
Die KJF Erziehungs-, Jugend- und Familienberaterinnen und -berater helfen bei allen Fragen rund um Erziehung und Familienalltag unkompliziert und kostenfrei weiter. Sie unterliegen der Schweigepflicht.
KJF Soziale Angebote Ostallgäu-Oberland
Erziehungs-, Jugend- und Familienberatung Kaufbeuren-Ostallgäu
Baumgarten 18, 87600 Kaufbeuren, Telefon: 08341 90240, E-Mail: eb-kaufbeuren@kjf-soziale-angebote.de. Mit Außenstelle in Buchloe.
Erziehungs-, Jugend- und Familienberatung Ostallgäu
Standort Füssen: Feistlestraße 8, 87629 Füssen, Telefon: 08362 38424, E-Mail: eb-fuessen@kjf-soziale-angebote.de
Standort Marktoberdorf: Meichelbeckstraße 7, 87616 Marktoberdorf, Telefon: 08342 98134, E-Mail: eb-marktoberdorf@kjf-soziale-angebote.de
Zusätzlich kann auch die anonyme Onlineberatung unter www.caritas.de/onlineberatung genutzt werden.
Erziehungs-, Jugend- und Familienberatung der KJF Augsburg
Im Regierungsbezirk Schwaben bietet die Katholische Jugendfürsorge der Diözese Augsburg e. V. (KJF Augsburg) fast flächendeckend Erziehungs-, Jugend- und Familienberatungen an. Auch im angrenzenden Bezirk Oberbayern sind die Beraterinnen und Berater im Landkreis Weilheim-Schongau präsent. Aktuell sind die Fachberaterinnen und -berater der KJF Augsburg jährlich mit rund 18.000 Personen im direkten Beratungskontakt.
Besondere Beratungen wie Schreibabyberatung oder „Kinder im Blick“-Kurse für Elternteile in Trennung gehören in zahlreichen Landkreisen zum Angebot – über klassische Erziehungsberatung hinaus. In fünf Landkreisen gibt es explizit eine Fachstelle gegen sexuelle Gewalt an Kindern und Jugendlichen.
Alle Standorte und Ansprechpersonen der Erziehungs-, Jugend- und Familienberatung der KJF Augsburg finden Sie auf der Website der KJF Kinder- und Jugendhilfe.